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Fürsprache

 

Für das Auschwitz-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e.V.
– Dr. Lothar Zieske

„Zu seiner Zeit als Besatzungssoldat in Frankreich (Bordeaux) schreibt er, er habe im Hafen auch mit Franzosen zusammengearbeitet, ‚mit denen wir uns gut verstanden‘. Als er dort Zeuge von Geiselerschießungen wird, habe er – so schreibt er – ‚den Krieg und den Faschismus gehasst.‘

Er hat vor Schulklassen über die Verbrechen der NS-Herrschaft aufgeklärt und dabei seinen Blick weit über sein Einzelschicksal hinaus gerichtet. In seinem Wirken ist er vergleichbar der langjährigen Vorsitzenden des Auschwitz-Komitees, Esther Bejarano, die in gleichem Alter, drei Jahre nach ihm, verstorben ist.  So ist es nicht verwunderlich, dass Esther Bejarano ihre Rede in Unterlüß am 07.09.2019 (im Rahmen der Kampagne „Rheinmetall entwaffnen“) postum Ludwig Baumann widmete, indem sie als Motto seinen Satz wählte: ‚Es gibt nichts Besseres, als den Krieg zu verraten.‘ […]
Zusammengefasst: Zwischen den Zielen des Auschwitz-Komitees und dem Wirken Ludwig Baumanns gibt es so bedeutende Überschneidungen, dass das Komitee die Umbenennung der Sedanstraße zu Ludwig Baumann-Straße lebhaft befürwortet.“

(Das ganze Statement ist hier nachzulesen.)


Prof. Dr. Detlef Garbe
Wiss. Beirat der Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz,
ehem. Vorstand der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte

„Ludwig Baumann hat dabei nicht nur für die Interessen der Hinterbliebenen und der wenigen Überlebenden gestritten, sondern sich um die politische Kultur in der Bundesrepublik Deutschland sehr verdient gemacht. Seinem unermüdlichen Einsatz ist wesentlich der historische Beschluss vom 14.05.1997 zu verdanken, als der Deutsche Bundestag bekundete: „Der Zweite Weltkrieg war ein Angriffs- und Vernichtungskrieg, ein vom nationalsozialistischen Deutschland verschuldetes Verbrechen […].

„Ein Straßenname, der bis heute an den deutschen Nationalismus und der von diesem jahr­zehntelang kultivierten „Erbfeindschaft“ zu Frankreich erinnert, passt nicht mehr in die heutige Zeit. Wenn er ersetzt wird durch einen Namen, der darauf verweist, dass es auch in der Zeit des Nationalsozialismus Menschen gab, die sich einem solchen Denken widersetzten, dann würde dies ein Symbol für einen Wandel dokumentieren, der dem heutigen engen und freundschaftlichen Miteinander von Menschen aus Frankreich und Deutschland entspricht. Und den Anliegern, insbesondere der Universität Hamburg, bliebe ein Name erspart, der alten Ungeist in sich trägt.“
(Das ganze Statement ist hier nachzulesen.)


Didier Herbillon, Maire de Sedan
Bürgermeister von Sedan, den 05. Juli 2022

„Meiner Einschätzung nach handelt es sich hier um eine hervorragende Initiative und sie (ist) das wahrnehmbar konkrete Zeichen dafür, dass die seinerzeit ausgetragenen Konflikte (1870, 1914-1918, 1939-1945), die unserer beiden Nationen entzweit haben, heute nicht mehr Anlass von Spannungen zwischen unseren Völkern sind. […] Also ja, ich freue mich sehr über Ihr Anliegen, den Namen Sedan durch den eines streitbaren Pazifisten (Ludwig Baumann) zu ersetzen. Verändern heißt nicht vergessen, denn, das wissen Sie ebenso wie ich, der Krieg von 1870, der uns entzweit hat, wird für immer als Teil des Gründungsaktes der deutschen Nation bleiben; aber es ist für uns alle von Vorteil, darin einen Moment unserer gemeinsamen Geschichte zu sehen, sei er unheilvoll oder ein Gründungsakt, je nach Standpunkt der Zeitgenossen.“

(Das ganze Statement ist hier nachzulesen.)